Bracheflächen gezielt begrünen, auch ggf. nach dem 01.04. möglich

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Bracheflächen oder auch brachliegende ökologische Vorrangflächen sind entweder der Selbstbegrünung zu überlassen oder durch eine Ansaat gezielt zu begrünen. Außerdem ist geregelt, dass eine solche Fläche bis zum 01.04. eines Jahres zu begrünen ist, sofern nicht die Selbstbegrünung der Fläche gewählt wird. Ein Umbruch der Flächen kann nur zu Pflegezwecken oder zu Erfüllung von bestimmten Verpflichtungen stattfinden, wenn danach eine unverzügliche Aussaat folgt und diese Arbeiten außerhalb des Zeitraumes 1. April bis 30. Juni erfolgen. Davon kann nur abgewichen werden, wenn eine Verpflichtung zur Anlage von ein- oder mehrjährigen Blühflächen im Rahmen von Agrarumwelt und Klimamaßnahmen besteht oder wenn die zuständigen Behörden, beispielsweise aus Gründen des Naturschutzes, eine Ausnahme von diesen Verpflichtungen genehmigen.

Um bestimmte Projekte des Natur- und Artenschutzes auch unter diesen Bedingungen zu ermöglichen, sind für abgegrenzte Fallgruppen Ausnahmen geregelt. Hierbei kann von der Begrünungspflicht abgewichen werden, wenn Schwarzbrachen zum Zwecke des Artenschutzes eingerichtet werden sollen. Des Weiteren wird eine gezielte Begrünung auch nach dem 01.04. eine Jahres möglich, wenn eine vertragliche Naturschutz-Vereinbarung, die außerhalb der EU-Förderung abgeschlossen wurde, erfüllt werden muss. Außerdem wird ermöglicht, aufgrund witterungstechnischer Gegebenheiten oder anderer wichtiger Gründe, eine Brachefläche erst nach dem 01.04. gezielt zu begrünen.

Um diese Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen zu können, muss ein entsprechender Antrag unter Benennung der betroffenen Bracheflächen bei der zuständigen Kreisstelle der Landwirtschaftskammer gestellt werden. Diesem Antrag ist eine Bestätigung der unteren Landschaftsbehörde des Kreises oder der kreisfreien Stadt beizufügen, in der die Behörde bestätigt, dass keine Naturschutz- oder Umweltschutzgründe gegen eine Ausnahme sprechen. Diese Bestätigung der unteren Landschaftsbehörde ist zusammen mit dem Antrag bezüglich der Ausnahmen von der Begrünungsregelung von Bracheflächen einzureichen.

Die Kreisstelle wird nach der Antragsprüfung dem Antragsteller dann einen entsprechenden Genehmigungsbescheid zustellen. Ohne einen entsprechenden Genehmigungsbescheid, stellt der Umbruch zur Durchführung der gezielten Begrünung nach dem 01.04. bzw. die Erbringung einer Brache in Form der Schwarzbrache einen förderungsrelevanten Verstoß gegen die gesetzlichen Auflagen dar und kann zu Prämienkürzungen führen.

Diese Ausnahmeregelung gilt für alle Bracheflächen, unerheblich ob sie als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden. Gleichermaßen gelten die Regelungen auch für Streifen, die als ökologische Vorrangflächen im Rahmen des Greenings angelegt werden.

Eine Aussaat nach dem 01.04. kann erst nach erfolgter Genehmigung durchgeführt werden. Entsprechende Antragsformulare und der Vordruck für die Bestätigung der unteren Landschaftsbehörden sind bei den Kreisstellen oder unter Formulare erhältlich.

Autor: Roger Michalczyk